Die chronologische Geschichte des Vereins

Als Turnvater Friedrich Ludwig Jahn 1811 auf der Hasenheide bei Berlin sein Werk mit Gleichgesinnten begann, da konnte er, bei aller Hoffnung auf die Verbreitung des Turnens, nicht ahnen, dass das Turnertum bald ein Hort aller freiheitlich-demokratischen und vaterlandsliebenden Deutschen sein würde. In wenigen Jahren wurde das Turnen Volksgut und aus den Turnern eine Volksbewegung. Ein guter Geist beseelte die Anhänger. Und es ist zu vermuten, dass unter den 19 Wackenheimer Teilnehmern am Hambacher Fest 1832 bereits Turner zufinden waren. Turnfeste wurden immer mehr zu Volksfesten und es erscheint uns Wackernheimern selbstverständlich, dass auch unsere Turnerahnen mit dabei waren. Nach mündlicher Überlieferung nahmen am Mittelrheinischen Wetturnen in Mainz 1842 und dem ersten Feldbergfest 1844 bereits Wackenheimer Turner teil. 1848 ist in unserer Gemeinde ein Verein nachgewiesen, dessen Mitglieder entweder turnende Demokraten oder demokratische Turner gewesen sind. Ob es schon ein Turnverein war, in der gleichen Zeit sind ja auch die Nachbarvereine in Ober-, Nieder-Ingelheim und Heidesheim gegründet, das lässt sich heute nicht mehr nachweisen. Doch wird von reger Turntätigkeit aus dieser Zeit berichtet und auch davon, dass Wackenheimer Turner an den Freiheitsaufständen in Frankfurt und in der Pfalz beteiligt waren und einzelne dann sogar flüchten mussten.

Nach 1848/49 wurde das Turnen zwar zurückgeworfen, aber bald mehrten sich wieder seine Anhänger, denn Idee und Tat waren trotz Unterdrückung lebendig geblieben. Es widerspiegelt die Begeisterung unserer Ahnen, wenn wir aus neuerdings zugängig gewordenen Quellen hören, dass damals schon im Sommer dreimal und im Winter zweimal in der Woche geturnt wurde.

Am 9. September 1861 entstand unser Turnverein Wackernheim. Erster Vorsitzender war L. Krebs, Turnwart W. Michel und Schriftwart 0. Krebs. Diese Tatsachen sind uns erst vor etwa 25 Jahren aus den Unterlagen des früheren Landesvorsitzenden F.W. Beck vom Hessischen Turnerbund wieder bekannt geworden. An der Gründungsversammlung der Rheinhessischen Turnvereine am 15. Juni 1862 im Lokal Hellmeister in Mainz nahm stimmberichtigt für unseren Verein der Turner Jakob Weitzel teil, der auch das Gründungsprotokoll mit unterschrieben hat.

In dieser Zeit zählte der Turnverein 69 Mitglieder, darunter 43 Turner, 18 Turnfreunde und Zöglinge und 5 Turnschüler. Geturnt wurde in vier Riegen, der Monatsbeitrag betrug damals 6 Kreuzer. Im gleichen Jahr 1862 stifteten die Wackenheimer Frauen und Jungfrauen die erste, ehrwürdige Fahne, die wir heute noch besitzen. Professor Dr. Harald Braun hat mir freundlicherweise Kopien von zwei Schreiben unseres Vereins vom 9.8. und 12. 9.1862 zukommen lassen, aus denen zu ersehen ist, dass am Bezirksturnfest und -turntag in Gießen 40 - 50

Wackernheimer teilnehmen würden. Die beiden Schreiben sind einmal von 0. H. Krebs und von Joh. Seckler, als Vertreter des Schriftwartes, unterzeichnet.

Da die Gründungs- und Vorzeit des Vereins später in Vergessenheit geriet, nahm man die Fahnen-Stiftung von 1862 als Fixpunkt der Vereinsgeschichte an und feierte 1887 auf dem heutigen Turnhallengelände das 25-jährige Bestehen. Um diese Zeit bestand eine Vereinigung begeisterter Turnschüler, die wegen ihres jugendlichen Alters noch nicht dem Verein angehören konnten. Diese Jahrgänge besaßen auf dem Anwesen Müller im Kirschgarten einen angemieteten, eigenen Turnplatz und auch eigene Geräte, wie Reck, Barren, Hanteln und einen Klimmbaum. Dem damaligen Turnwart Georg Basler, der später auch einige Jahre Vorsitzender war, gelang es anlässlich eines Vereins-Zöglingsturnens diese hervorragenden Kräfte alle für den Turnverein zu gewinnen. Da diese Jugendlichen später treue und erfolgreiche Mitglieder unseres Vereins wurden und ihm über Jahrzehnte dienten, seien ihre Namen erwähnt: Fritz Struth, Jakob Heppel, Adam Mitz, Fritz Beck, Johann Esch, Adolf Becker, Johann Speth, Wilhelm Anspach, Philipp Porth, Eduard Basler, Philipp Rodenmeier, Johann Heppel und Rudolf Roth.

Vor 1887 muss es schon Trommler und Pfeifer gegeben haben, denn damals tauchen Kosten für Trommelfelle und Pfeifen in den Kassenbüchern auf. Zuerst wurde nach der Gründung viele Jahre im Saal des Gasthauses >>Knabe-Kloos<< (heute Anwesen Dietmar Kloos, Neugasse) geturnt, später im Gasthaus Michel (Anwesen Hartmann, Bornstraße). Nach Erzählungen war der Turnbruder Balthasar Schwaab unser erster Oberstufenturner. Der Turnplatz befand sich in diesen Jahren im Garten des Anwesens Michel in der Großen Hohl (heute Anwesen H.-J. Mitz). Die 25-Jahrfeier im Jahre 1887 hatte Zerwürfnisse von Vorstandsmitgliedern zur Folge, sodass einige Turner austraten, die im darauffolgenden Jahr 1888 mit anderen, sangesfreudigen Wackernheimern den Männergesangverein Wackernheim gründeten. Als Reaktion darauf entstand

1893 die Turngesangsriege, die unter der Leitung der Lehrer Karner und Spamer ein gutes Niveau erreichte. Anfang der dreißiger Jahre, als von den zerstrittenen Alten niemand mehr lebte, fanden Turner und Sänger wieder ein besseres Verhältnis zueinander und die Turngesangsriege löste sich allmählich wieder auf.

Das vom Kriegerverein Wackernheim als offene Festhalle errichtete Bauwerk wurde im Jahre 1899 vom Turnverein erworben und als Vereinshalle ausgebaut.

1900 erhielt der Verein die Schankkonzession für die Turnhalle, eine gewichtige Sache für die finanzielle Grundlage.

1902 fand hier der Gauturntag statt.

Sieben Wackernheimer Spielleute beteiligten sich 1904 bei einem Treffen in Bad-Münster. Im gleichen Jahr führte unser unvergessenes Ehrenmitglied Fritz Struth ein Zöglingswetturnen für den Gau Rheinhessen im IV. Bezirk hier in Wackernheim durch (auf den heutigen Anwesen Pollner, Engel, Michel in der Schillerstraße).

Ein Brand im Anwesen Becker (Schulstraße) im Jahre 1905 beschädigte auch die Turnhalle. Am 17. Februar 1905 wurde der Turnverein in das Vereinsregister eingetragen.

1908 wurde die Wasserleitung und 1913 elektrisches Licht in der Turnhalle verlegt. Getreulich findet sich in den alten Kassenbüchern Jahr für Jahr ein geringer Betrag als Vergütung für das Gelände zwischen Turnhalle und Kriegerdenkmal. Dieses Gelände war Schulgut und Lehrer Roth hatte das Nutzungsrecht, bis 1919 der Ankauf getätigt wurde.

1912 feierte der Turnverein unter der Leitung des unvergessenen Vorsitzenden

Jakob Heppel im Garten Kloos-Nelgen (Ecke Kleine Hohl - Schillerstraße> sein 50-jähriges Bestehen. Drei Ehrenmitglieder aus der

Gründerzeit erlebten dieses Fest noch, Johann Kloos, Heinrich Reis und Johann Kloos III.

1914

Zwei Jahre später stand Deutschland im 1. Weltkrieg, der vom Turnverein schwere Opfer forderte. Im ersten Kriegsjahr waren in der Turnhalle deutsche Soldaten einquartiert, dann bis zum Kriegsende russische Gefangene. Nach dem Kriege waren französische Besatzungssoldaten nicht gerade pfleglich mit unserem Heim umgegangen, denn der Verein bekam für angerichtete Schäden 3.000 Mark ersetzt. Während des Krieges war das Turnen völlig eingeschlafen, denn man wählte zur Regelung des Turnbetriebes für die im Felde weilenden Vorstandsmitglieder einen Ersatzvorstand.

Die Nachkriegsjahre brachten einen großen turnerischen Aufschwung und auch einen Generationswechsel im Vorstand. Wackernheimer Turner waren in der Folgezeit auf allen Turnfesten unseres Gebietes erfolgreich vertreten.

1922 wurde in einem kleineren Rahmen das 60-jährige Bestehen gefeiert.

1927/28 erfolgte der weitere Ausbau der Turnhalle und der Anbau der Bühne. Aus dieser Zeit stammt auch die besondere Freundschaft zu einigen Rheinhessischen Vereinen, so z.B. zu Jugenheim und Appenheim. Den Appenheimer Verein haben unsere Turnbrüder Jakob Heppel und Adam Mitz einst mitbegründen helfen.

Das Fest des 75-jährigen Bestehens 1937, unter der Leitung des Vorsitzenden Johann Speth IV., war ein weiterer Höhepunkt der Wackernheimer Turnerei. Den Älteren unter uns ist dieses Fest unvergessen und das Festbild von damals mutet wie ein Denkmal an für die leider so zahlreichen Gefallenen, Vermißten und an den Folgen des mörderischen Krieges 1939-45 verstorbenen Turnbrüder. Die Mombacher Turner, sie zählten damals zu den besten Riegen Deutschlands, machten das Fest zu einem Erlebnis.

Der II. Weltkrieg forderte grausame Opfer unter den Turnern. Nach seinem Ende wurden durch ein französisches Militärgesetz alle Turnvereine, also auch der unsrige, aufgelöst und das Turnen verboten. Trotzdem wurde unter Tbr. Eugen Specht heimlich geturnt.

Die erste Neugründung im Jahre 1946 endete mit harten Strafen für Vitus Herrmann und Balthasar Kessler und mit einem erneuten Verbot. Die beiden Turnbrüder sollen angeblich gegen einen Befehl der französischen Militärregierung verstoßen haben. Sie büßten ihre Treue zum Verein mit 5 bzw. 2 1/2 Monate Militärgefängnis.

Auf Drängen der Jugend fanden sich 1947 unter Führung unseres unvergessenen Ehrenvorsitzenden August Nöth, der dem Verein durch Jahrzehnte in Treue diente, die Turnbrüder Jakob Schrimb, Balthasar Weitzel, Johann Mitz und Friedrich Anspach sowie weitere Getreue zur Neugründung unter der Bezeichnung >>Sportverein 1862 Wackernheim<< zusammen. Der Verfasser dieser Vereinsgeschichte konnte jetzt, wie auch beim ersten Versuch, nach besten Kräften bei der Gründung mithelfen.

Im Juni 1948 war es soweit, der Verein bestand wieder.

Bald darauf, bei der Generalversammlung 1949, erhielt unser Verein auch wieder seinen alten Namen. Viele Turnerherzen schlugen höher, als es uns in kurzer Zeit gelang, durch turnerische Leistungen neue Ehren zu gewinnen, alte Freundschaften zu erneuern und neue zu wecken. Wir erinnern uns voller Freude an die Turnwettkämpfe mit Appenheim, Jugenheim und Groß-Winternheim. Unsere Turnerinnen und Turner waren damals hochgeachtet und es fand kaum ein Wettstreit statt, bei dem der TV 1862 Wackernheim nicht unter den Besten vertreten war. Deshalb erscheint es berechtigt, die mit diesem Aufstieg verbundenen Turnbrüder namentlich zu erwähnen: Die Turnwarte Balthasar Mitz, Otto Roth, Viktor Reichert und Jakob Herrmann, die Oberturnwarte Ernst Klippel und Emil Müller; der Vorstand mit Vors. Georg Sauer, II. Vors. Jakob Schrimb, Schriftführer Otto Herrmann, Kassierer Karl Weitzel, die unermüdlich wirkenden >>Wirtschaftler<< Heinrich Nelgen IV., Heinrich Jak. Nelgen. Auf Einwirkung des Ehrenmitgliedes Adam Mitz erfolgte 1951 die Neugründung des Spielmannszuges, dessen Obmann Otto Neigen wurde.

Als 1952 im Schulgarten (heute Rathaus-/Kerbeplatz> unter dem Vorsitzenden Georg Sauer das Fest des 90-jährigen Bestehens gefeiert wurde, zählte der Verein 237 Mitglieder, darunter 6 Turner, 4 Volksturner, 11 Zöglinge, 16 Schüler, 15 Turnerinnen und 24 Schülerinnen, der Spielmannszug hatte 16 Trommler und Pfeifer sowie 4 Fanfaren. Das schöne Fest war verbunden mit der Weihe der neuen, von den Mitgliedern gestifteten Fahne. 1954/55 wurde die Turnhalle umgebaut, der Dachreiter entfernt und eine Oelheizung eingerichtet. Das meiste wurde in Selbsthilfe gemacht, die hohen Kosten deckten zum größten Teil die Mitglieder durch Zeichnung von >>Bausteinen<<.

1957/58 erfolgte die Erweiterung des Schankraumes und die Verkleidung der linken Saalwand.

Ich gestatte mir nun nochmals einen Sprung in die TV-Geschichte und möchte für spätere Zeiten die Namen der Vorsitzenden und der Turnwarte festhalten.

Vorsitzender bei der Gründung 1861 war L. Krebs, auf ihn folgten Jakob Weitzel, Johann Kloos III., Jakob Müller, Georg Müller, Wendel Müller IV., Georg Basler, Johann Weitzel, Philipp Weyer, Jakob Heppel, Friedrich Nelgen (1919-36), Johann Speth IV. (1936-45), Vitus Herrmann (1946), August Nöth (1948-49>, Georg Sauer (1949-57), Hans-Günther Fülber (1957-58) Heinrich Nöth (1958-73)> Otto Herrmann (1973-77), und seit 1977 Heinrich Weiand.

Die VfB-Vorsitzenden werden in einem besonderen Abschnitt aufgeführt.

Unterlagen über die Turnwarte unseres Vereins sind für die Frühzeit leider sehr lückenhaft. 1861 war dies W. Michel, weitere lassen sich erst ab 1911 wieder namentlich feststellen. Es waren Ad. Neigen, J.A. Nelgen (1912), Karl Heppel und Heinrich Struth (1912-14),Philipp Heppel (1918), Jakob Michel (1919) Jakob Michel und Vitus Herrmann(1921), Paul Keßler (1923), Vitus Herrmann (1924), Willi Reichert (1925), Emil Mül1er (1927), Balthasar Keßler (1928)> Heinrich Heppel (1933), Eugen Specht (bis1945 und 1946/47). Von der Neugründung nach dem II. Weltkrieg an waren als Turnwarte oder Oberturnwarte tätig: Balthasar Mitz, Ernst Klippel (vor dem Krieg lange Jahre Damenturnwart), Emil Müller, Otto Roth, Viktor Reichert, Otto und Jakob Herrmann, Manja Fülber, Anni Weitzel, Walter Neigen, Jakob Weitzel, Irene Esch, Luise Neigen. Nach der Fusion 1973 erster Abt. Leiter Turnen Hans-Werner Mitz, nach ihm Birger Anspach und heute Doris Zimmer.

Es ist etwas Schönes um unseren TSV, dass sich das Turnen, der Sport und der Dienst am Verein, die Tatkraft im alten Geiste - aber auch verjüngt durch Fußballer, Tischtennisspieler, Wanderer, Läufer und Musiker - in vielen Wackernheimer Familien von der Gründungszeit her in ununterbrochener Folge zeigt. Es sind in diesen Familien bis zur fünften und sechsten Generation immer wieder Kräfte erstanden, die das Geschick des Turnvereins, des V.f.B. und nun auch des TSV Wackernheim maßgeblich beeinflussten. Nöth, Kloos, Müller, Neigen, Weiand, Klippel, Weitzel, Michel, Mitz, Heppel, Speth, Anspach, Schrimb, Herrmann, um nur einige Familien zu nennen. Es ist in diesem Rahmen unmöglich, alle verdienstvollen Mitglieder aufzuzählen. Aber die gezeigte Entwicklung gibt die Gewähr, dass der TSV Wackernheim auch die Zukunft meistern wird. Zu dieser hoffnungsvollen Ansicht tragen auch die vielen neuen Wackernheimer Bürger bei, die sich zum Teil nun schon über Jahrzehnte voll in unserem Verein integriert haben. Als einem gebürtigen Wackernheimer sei es mir an dieser Stelle gestattet, diesen Freunden aus warmen Herzen Dank zu sagen für ihr Engagement. Die Entscheidung des TSV-Vorstandes, auf eine Anregung von Christel Mitz, von den früheren Diensteinteilungen abzugehen und Ehepaare, Freundeskreise gemeinsam einzuteilen, hat neben der sportlichen Betätigung viel zum Zusammenwachsen beigetragen.

1958

Am 20. 9.1958 gründeten unsere Fußballer den "Verein für Ballspiele&quo

1958

Von links: Übungsleiter Albert Schnell, Bürgermeister und Spielausschussvorsitzender Karl-Georg Sauer, Herbert Reichert, Ludwig Vogt, Helmut Reichert, Friedrich Hammer, Weinrich Vogt, Ludwig Reichelt, Friedl Heppel, Rudolf Hammer, Herbert Weinel, Klaus Friedrich, Lothar Kämpfer.

Erster Vorsitzender wurde Bruno Pollner (1958-66) und Spielausschußvorsitzender Georg Sauer. Zu den Gründungsmitgliedern stießen alsbald zahlreiche Fußballfreunde. Aus Angst vor Trikot-, Stiefel- und Ballkosten hatte sich eine Mehrheit des damaligen TV-Vorstandes gegen die Gründung einer Fußballabteilung ausgesprochen, wie es von den meisten Fußball-Interessenten eigentlich gewünscht war. Die Nachfolger von Bruno Poliner waren Georg Speth (1966-72) und Dieter Nägel (1972-73). Als Spielausschußvorsitzende folgten auf Georg Sauer (1958-61), Adam Mitz (1961-69) und als Abt. Leiter Fußball 1973-76), Willi Müller (1969-73)> Willi Zimmermann (nun im TSV als Abt. Leiter Fußball, 1976-84), Herbert Graf (1984-86) und ab diesem Zeitpunkt Erhard Helfenstein. Fast alle Führungskräfte des VfB bei der Fusion gehörten selbstverständlich auch der neuen Vereinsführung an. Langjährige Betreuer der Aktiven waren Hermann Gundlach, Adam Mitz und Karl-Heinz Laux. Über kürzere oder auch längere Zeit tätig als Jugendleiter waren Herbert Weinhold, Jakob Schäfer, Theo Benkelmann, Adam Mitz, Heinrich Vogt, Friedhelm Anspach, Joachim Beck und auch Helmut Müller, der noch heute dieses Amt versieht. Albert Schnell, Ingelheim, war der erste Übungsleiter (Trainer) im VfB (1958-63), auf ihn folgten Heinz Bergmann, Weisenau (1963Ä-65), Fr. P. Peil, Gau-Algesheim (1965-68), Fritz Huppertz, Ingelheim (1968-69), Josef Nicoley, Budenheim (1969-70), erneut Heinz Bergmann, Weisenau (1970-73), kurzfristig Ludwig Vogt (1973), Friedhelm Anspach(1973-74), Manfred Sahner, Budenheim (1974-78), erneut Friedhelm Anspach (1978-80), Willi Zimmermann (1980-81)> Erhard Helfenstein, Finthen 1981-84, das Gespann Kiefer-Decker (1984-86) und seit 1986 erneut Erhard Helfenstein, Ingelheim. Kein Fußballverein kann ohne

Schiedsrichter existieren. Vom Gründungsjahr 1958 bis 1980 war unser Mitglied Norbert Steinhoff ein allseits geachteter und beliebter Pfeifenmann. Unsere weiteren Schiedsrichter waren bzw. sind noch Kurt Gierholz, Klaus Diehl, Michael Deromedi, Rolf Weibrich, Helmut Riedel und Erhard Helfenstein.

1959

Unser erstes Spiel wurde am 15.2.1959 gegen TuS Engelstadt ausgeführt. In diesem Jahr auch Gründung der Jugend- und Schülerabteilungen.

1961

Gründung der Tischtennisabteilung unter der Leitung von Siegfried Just. Wegen der negativen Erfahrungen von 1958 stimmte der Vorstand diesmal der neuen Abteilung sofort zu. Die Gründermannschaft bestand aus den Spielern S. Just, A. Hehl, W. Meyer und E. Habel. Unseren Tischtennisspielern ist das wohl seltene Bravourstück gelungen, ab dem Gründungsjahr bis zur Spielrunde 1965-66 fünfmal hintereinander den Aufstieg bis in die Landesliga Rheinhessen, der höchsten

Spielklasse des Rheinhessischen TT-Verbandes, zu schaffen. Eine stolze Leistung.

1962

Die 100-Jahrfeier des TV unter dem Vorsitzenden Heinrich Nöth fand vom 25. bis 27. August in einem Festzeit östlich der Kleinen Hohl statt. Dieses schöne Fest wurde geprägt durch die Teilnahme der August-Held-Riege, Bürstadt, und der Turnfreunde aus Wallmenach und Hal-Brüssel. Am 5. 8.war die Einweihung des Fußballplatzes an der Ingelheimer Straße. Erstmals konnten die Fußballspieler des V.f.B. auf einer gemeindeeigenen Sportanlage spielen. Vorher spielte man auf dem Sportfeld in der US-Kaserne, das freundlicherweise von den Amerikanern dafür freigegeben war. Sehr erfolgreich waren die 1962 gegründeten Jugend- und Schülermannschaften im TT. Die Zahl ihrer Meisterschaften und Titel würde diesen Bericht sprengen, kurz gesagt, die Wackernheimer Buben waren im Kreis Bingen und in Rheinhessen gefürchtete Gegner. Die 1. Mannschaft wurde in der Kreisklasse Sieger.

1963

Von diesem Jahr an bis 1982 nahm unser Verein an den internationalen TT-Meisterschaften von Luxemburg teil.

1964

Es erfolgte die Umstellung des Spielmannszuges zum Musikzug. Neuer Abteilungsleiter wurde Reinhold Speth. Unter seiner Führung spielt de rMusikzug noch heute bei vielen Anlässen, wie Frühschoppen 1. Mai, Sportfest, Konzerten, Festzügen und bei privaten Jubiläen auf. Unter Trainer H. Bergmann schaffen unsere Fußballer den Aufstieg in die B-Klasse Mainz. Claus Wolf wird im TV Ranglistenerster und Rheinhessenmeister im Schüler-Einzel. Die 1. Mannschaft wird Vizemeister in der 1. Kreisklasse Bingen.

1965

Unsere Fußballer A-Jugend wurde 1965 Gruppensieger und 3. der Meisterschaft. Dieser Erfolg ist dem damaligen Jugendleiter Adam Mitz und dem Übungsleiter Fr. P. Peil zu verdanken. 1965-68 übernahm Herr Peil dann auch das Training der Aktiven. 1. TT-Mannschaft Meister in der Bezirksklasse Bingen. Claus Wolf erneut TT-Rheinhessenmeister der Schüler.

1966

Herbert Wolf wurde Sieger bei den Rheinhessenmeisterschaften der Schüler und zusammen mit Günther Häuser auch im Doppel. Die 1. Mannschaft wird Vizemeister in der Verbandsliga Rheinhessen, damit Aufstieg.

1967

1. TV-Mannschaft Meister der Landesliga Rheinhessen, damit erneuter Aufstieg. Claus Wolf in diesem Jahr Rheinhessenmeister der TV-Jugend und mit Manfred Dillmann (Damals noch TVC Bubenheim) Teilnehmer bei den Deutschen Meisterschaften in Aachen. In der Vereinshalle wird ein Jugendraum gebaut und ein neuer Hallenboden verlegt.

1968

Beim VfB wird die Abteilung II. Weg aus der Taufe gehoben, Abteilungsleiter ist bis heute Peter Richter. Es handelt sich hierbei um Gymnastik-, Sport- und Spielgruppen von Frauen und Männern. Die langjährigen Übungsleiterinnen Ursula Hammer, Christa Schüler, Inge Carius, und die Übungsleiter Ludwig Vogt und Peter Richter sollen hier gebührende Erwähnung finden. Claus Wolf erneut Verbandsmeister im Jugendeinzel-TT und im Doppel mit seinem Bruder Herbert Wolf Ranglistenerster und Teilnehmer bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Essen. Am 28.4. erstes öffentliches Konzert des Musikzuges.

1969

Neuer Trainer bei den Fußballern bis 1970 ist Josef Nicoley, Budenheim. Herbert Wolf im TT Sieger der Rheinhessen-Endrangliste der Jugend und er nimmt erneut bei den DM der Jugend in Flensburg teil. Bei den Südwest-Jugendmeisterschaften scheitert er im Achtelfinale. Die 1. Mannschaft TT wird Meister in der Landesliga Rheinhessen und steigt damit auf.

1971

Bei den VfB-Fußballern erfolgt die Gründung einer Altherrenmannschaft. Zuerst betreute Dieter Nägel dieselbe, es folgten später Willi Zimmermann, Herbert Kramp, Ehrhard Böhm und H.-G. Benkelmann.

1972

Ab diesem Jahr veranstaltet der TV sein bis heute sehr beliebtes Herbstsportfest. Claus Wolf wird Rheinhessenmeister im TT der Herren. Ab diesem Jahr bis 1976 Teilnahme des Musikzuges beim Rosenmontagszug in Mainz.

1973

Ein wichtiges Jahr in der Vereinsgeschichte, denn am 7. April fusionierte der Turnverein 1862 e.V. Wackernheim mit dem Verein für Ballspiele 1958 Wackernheim. Der Zusammenschluss, das soll in der Vereinsgeschichte auch festgehalten werden, hatte sowohl im TV als auch im VfB nicht ungeteilt Zustimmung gefunden. Aber die weitere Entwicklung zeigt die Richtigkeit dieser Entscheidung; ein Gesamtsportverein in einer verhältnismäßig kleinen Gemeinde ist besser als mehrere konkurrierende Gruppen. Der Verein führt nun den Namen >>Turn- und Sportverein 1862 e.V. Wackernheim<<, abgekürzt TSV Mitgliederbestand nach der Fusion etwas über 500. Die Ehrenmitglieder des VfB wurden vom TSV als solche übernommen. Dem ersten Vorstand des vergrößerten Vereins gehörten an:

1. Vorsitzender Otto Herrmann (TV), II. Vorsitzender Georg Speth (VfB),Sportwart Heinrich Weiand (TV), Schriftführer Dieter Nägel (VfB), Jugendwart Friedhelm Anspach (VfB/TV), Kassenwart Sport Peter Hammer (TV), Kassenwart Wirtschaft Rüdiger Nelgen (TV), Abteilungsleiter Fußball Adam Mitz (VfB), Abteilungsleiter Turnen Hans-Werner Mitz (TV), Abteilungsleiter Tischtennis Siegfried Just (TV), Abteilungsleiter II. Weg Peter Richter (VfB), Abteilungs-Leiter Musikzug Reinhold Speth (TV) und Abteilungsleiter Wirtschaft Peter Engel (TV). Erstmals Durchführung eines Kinder- und Jugendlichen-Zeltlagers.

Im Jahre 1973 erfolgte die Gründung der Wanderabteilung mit Abteilungsleiter Herbert Klippel. In den darauffolgenden Jahren fanden fast jeden Monat Wanderungen statt, die in die nähere Umgebung - jedoch auch in den Taunus, Hunsrück, Odenwald und Pfälzerwald führten. An diesen Wanderungen nahmen oft mehr als 50 Personen teil. Im Jahre 1974 und 1975 wurde jeweils eine 8-tägige Herbstfahrt nach Steinegg in Südtirol durchgeführt und dort bei schönen Wanderungen die Südtiroler Landschaft erkundet. Auch unternahm die Wanderabteilung bei diesen Gelegenheiten Fahrten durch die Dolomiten und nach Venedig.

Das vom TV übernommene Herbstsportfest wird zur Tradition und zum alljährlichen sportlichen Höhepunkt unserer Gemeinde.

1974

Unsere 1. Mannschaft Fußball musste für vier Jahre in die C-Kreisklasse Mainz absteigen. Alf Voigt Sieger im 4-Kampf der Schüler beim Landesturnfest. Die Schülerinnen werden mit Gerlinde Hohl als Übungsleiterin Sieger in den Rundenwettkämpfen des Turngaues Bingen und erringen damit den Wanderpokal. Die A/B-Jugend wird Herbstmeister. Einrichtung einer Freitagsgruppe II. Weg Männer.

1975

Zwei Jahre nach der Fusion zählt der TSV bereits über 600 Mitglieder. Aufgegliedert sind dies bei Fußball einschl. II. Weg 230 Mitglieder, Turnen einschl. Wandern 300, Tischtennis 70 und Leichtathletik 60 Mitglieder. Sabine Oberfohren Siegerin beim Gau-Kinderturnfest. Am 12. 4. großes Konzert des Musikzuges unter dem Dirigenten K.H. Jakober, der unsere Musiker bis 1980 leitete. Eingeführt wurden in diesem Jahr auch die Grillfeste am neuen Brunnen auf dem Dalles (Dorfplatz) oder die Federweißen-Abende der TT-Abteilung.

1976

Susanne Bohmeyer und Arno Zimmer Sieger beim Gau-Kinderturnfest. In den Jahren 1974 bis 1977 gelingt es unseren Schülerinnen und Schülern immer wieder, beachtliche Erfolge im Turnen zu erzielen. Leider konnten wir trotz aller möglichen Unterstützung durch den Verein nicht erreichen - dieser Stoßseufzer sei einem alten Turner erlaubt -, die vielen Begabungen in einer Aktiven- oder Damen-Riege hinüber zu retten; obwohl man auch der weiteren Ausbildung großes Augenmerk schenkte. Willi Zimmermann übernimmt die Abteilung Fußball. Trainer der I. und II. Mannschaft war von 1974-78 M. Sahner aus Budenheim.

Ein weiterer Sonderabschnitt der Vereinsgeschichte bildet der Um- und Erweiterungsbau unserer Turnhalle. Mit dem Kauf der Scheune Zimmer beginnt das große Bauen, das Umfangreichste in unserer Geschichte, von 1976 bis 1979. Festzuhalten ist, was da in diesen Jahren alles geschaffen wurde: Ein Sitzungszimmer, Geräteraum, großzügiger Schankraum mit einem Wirtschaftsraum/Lager, Vorhalle mit Garderobe, Pflasterung des Hofes, gediegene Toilettenanlagen für Männer und Frauen, ein Umkleideraum, Duschräume, neue Heizung mit Be- und Entlüftung, moderne Beleuchtung. Die TSV-Halle stellt sich nun als angenehmer und gefälliger Veranstaltungsraum für unsere sportlichen Zwecke, aber auch für alle anderen Ortsvereine und Korporationen dar. Die gesamten Baukosten - ohne die erbrachten Eigenleistungen in Höhe von mindestens DM 120.000,00 - beliefen sich auf rund DM 300.000,00. TSV-Mitglieder, besser gesagt alle Wackernheimer, spendeten hochherzig, und in dankbarer Anerkennung der gemeindlichen Zuschüsse verblieben letztlich nur etwa DM 75.000,00 Schulden. Die enorm hohen Eigenleistungen haben recht viele Mitglieder erbracht. Die kostenlose Gesamtplanung erfolgt durch unser Mitglied Arch. Klaus Künstler. Als einer von mehreren, denen unser besonderer Dank und unsere Anerkennung gebührt, wurde Dieter Becker zum Ehrenmitglied ernannt.

1977

Heinrich Weiand wird 1. Vorsitzender. Kerstin Lengenfelder Sieger sowohl beim Gau-Kinderturnfest als auch beim Hallenkinderturnfest. Die 1. TT-Mannschaft Meister in der Landesliga Rheinhessen und Aufstieg in die Verbandsliga. Großes Zeltlager mit 37 Kindern in Dichtelbach unter der Leitung von Gudrun Hock. Das Ziel der ersten und aller späteren Ski-Freizeiten des II. Weges ist der Arlberg/Österreich mit seinen weiten Skigebieten.

Die fast 50köpfige Busgesellschaft - Leitung Abt.Leiter Peter Richter und Reiseführer Rudolf Boender - ist immer in Dalaas im Gasthof >>Post<< untergebracht, wo gesellige Abende auf erfreuliche Weise das sportliche Geschehen abrunden.

Seit der Mitte der 60er Jahre machen auch die Fußballer gemeinsamen Kurzurlaub, immer auch verbunden mit Freundschaftsspielen. In der Folge wurden angesteuert Seifriedsberg, Steinegg, Wien, Bayerisch Gmain, Steinegg, Daalas, Steinegg, Bodensee, Steinegg. Reiseleiter war Friedhelm Anspach, Fahrer Gerhard Porth, besonderer Förderer Herbert Küsgens.

1978

Bei der GV wird H. Klippel II. Vorsitzender.

20 Jahre Fußball in Wackernheim. Das wurde mit einem >>Großen Bunten Abend<<, einem Spiel der AH-Wackernheim gegen Wella Darmstadt und einem Turnier im Mai gefeiert. Willi Zimmermann erhielt dabei für seine fußballerischen Verdienste die Verbands-Ehrennadel des Südwestdeutschen Fußballverbandes. Die C/D-Jugend wird Gruppensieger. Claus Wolf Dritter im Doppel bei den

Rheinland-Pfalz-TT-Meisterschaften. Bärbel Anspach nimmt an den Deutschen Meisterschaften der Jugend in Wörth und Claus Wolf bei den Herren in Rüsselsheim teil. Bärbel Anspach Rheinhessenmeister im Jugend-Doppel und 2. im Einzel.

Beginn des II. Bauabschnittes mit neuen Toilettenanlagen, Heizung mit Be- und Entlüftung, Umkleide- und Duschräumen, Neugestaltung der Bühne, Garderobe im Vorraum.

1979

Zeltlager des TSV mit 46 Kindern auf den Pfingstbachwiesen in Oestrich Winkel. Lagerleitung Frau Zimmer, Ehepaar A. und H. Löhle. Trainer Friedhelm Anspach schafft mit der 1. Mannschaft Fußball wieder den Aufstieg in die B-Klasse Mainz-Nord. Bärbel Anspach TT-Rheinhessenmeisterin der Juniorinnen im Einzel und im Doppel. Mit Claus Wolf nimmt sie an den Deutschen Meisterschaften in Hamburg teil. Der TSV ist mit 16 Turnern und dem Musikzug beim Landesturnfest in Sobernheim vertreten. An den Turnvereinsmeisterschaften nehmen über 50 Turnerinnen und Turner teil. Der Musikzug veranstaltete am 24. 11. einen Vorspielabend mit Einlagen von Nachwuchskräften.

Zum erstenmal fährt die Freitagsgruppe des II. Weges unter der Leitung von L. Vogt zur Wochenendreise nach Bremen und an die Nordseeküste. In den darauf folgenden Jahren sind die Ziele: München, Elsass und Kaiserstuhl, Trier gleichzeitig Volleyballfreundschaftsspiel, Bodensee, Schwäbische Alb und im letzten Jahr wieder Trier. Aktiver Sport und Geselligkeit zeichnet diese Gruppe aus.

Beendigung der umfangreichen Bauarbeiten mit der Verkleidung der Hallenwände und Decke. Wie schon erwähnt, belaufen sich die Gesamtkosten ohne Eigenleistungen auf ca. 300.000,-- DM. Die Eigenleistungen werden auf mindestens 120.000 DM geschätzt. Dank der hochherzigen Spenden und der öffentlichen Zuschüsse verbleiben nur etwa 75.000 DM Schulden. Die TSV-Halle ist nun wahrlich ein Schmuckstück der Gemeinde.

1980

Dorothee Bollinger und Birger Esch Sieger in ihrer Klasse beim Gau-Kinderturnfest. Martin Mohr Sieger im 4-Kampf beim Landes-Kinder-Turnfest. Willi Zimmermann wird neuer Trainer der I. und II. Mannschaft Fußball bis 1981. Bärbel Anspach erneut TT-Rheinhessenmeisterin der Juniorinnen, diesmal im Einzel, Doppel und Mixed. Zeltlager mit 41 Kindern und Jugendlichen in Dichtelbach. Lagerleitung Hubert und Alliette Löhle. Als erstes TSV-Mitglied erhält für jahrzehntelange Aktivität als Turner und Turnwart Hans-Werner Mitz den Ehrenbrief des Deutschen Turnerbundes.

1981

Erhard Helfenstein neuer Trainer der 1. und II. Mannschaft, mit Unterbrechung bis heute. 21 Kinder und Jugendliche nehmen beim Gau-Kinder und Jugendlichen-Turnfest in Appenheim teil. Sechsmal konnten wir den 1.Platz erringen und zwar Eva Garrecht, Kirsten Schüler, Yvonne Mohr im Geräte-Vierkampf, Jochen Mitz im LA-Dreikampf, Martin Mohr im Geräte-Vierkampf und Georg Mohr im gemischten Sechskampf. Anlässlich der 20-Jahrfeier Tischtennis wurde im Spätjahr eine Jubiläumsfeier veranstaltet. Erstmals sind bei unserem Herbstsportfest Freunde aus der Partnergemeinde Daix/Burgund dabei. Auch in diesem Jahr für 53 Kinder

und Jugendliche Zeltlager in Dichtelbach. Lagerleitung wiederum das Ehepaar Löhle, unterstützt von J. Mohr, A. Jung und R. Kuntze. Bei den ersten Rheinhessen-Meisterschaften im Orientierungslauf (künftig nur kurz als OL bezeichnet) stellte der TSV mit Sonja Rathje (D 13-14), Ilka Rathje (D 15-16), Claus-Peter Rathje (H 35) gleich drei Rheinhessenmeister.

1982

Die Fußball A/B-Jugend wird unter Übungsleiter Herbert Graf Kreismeister. Claus Wolf wieder Kreismeister TT. Die TT-Jugend erstmals auch Kreismeister. Zeltlager für Kinder und Jugendliche in Dichtelbach. Einen Rheinhessen-Meistertitel im OL (D 15-16). Bei den Deutschen Meisterschaften sammeln unsere Orientierungsläufer Erfahrungen.

Die 120-Jahrfeier des TSV wird in einem etwas größeren Rahmen des Herbstsportfestes veranstaltet. Aus diesem Anlass erhielt Ehrenvorsitzender Jakob Schrimb den Ehrenbrief des DTB.

1983

25-Jahrfeier unserer Fußballabteilung, verbunden mit der Einweihung der neuen Sportanlage vom 1. bis 5. Juni. Ein schönes Fest mit Freundschaftsspielen, Fußballturnier, einem >>Großen Bunten Abend<<, Frühschoppen mit den Amerikanern, fand mit der eigentlichen Einweihung des Sportplatzes statt. Als Gast war unter vielen anderen der ehemalige Bundestrainer des DFB, Helmut Schön, anwesend. Sportlicher Höhepunkt war das Spiel gegen Darmstadt 98. Die Entwicklung der neuen Sportanlage muss in einem besonderen Abschnitt gewürdigt werden:

Ein neuer Sportplatz mit einem Sportlerheim war schon der Wunsch des VfB, der dann vom TSV übernommen wurde. Das alte Spielfeld konnte nicht auf die erforderlichen Maße erweitert und auch kein Umkleideraum mit Toiletten errichtet werden. Ende 1973 wurde der Gemeinde ein Memorandum mit Schilderung der gegebenen Situation und der sportlichen Wünsche überreicht. Mit Gemeindevertretern wurden bei Begehungen verschiedene Standorte erwogen, so am bestehenden Spielfeld, in der Ober-Olmer Straße, in den 30 Morgen, in den Sauren Wiesen und im Leimen (Als zentrale Anlage der VG Heidesheim). Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile entschied sich der Ortsgemeinderat der Gemeinde Wackernheim für den jetzigen Standort im Anschluss an den alten Sportplatz.

Unserem Antrag folgend beschloss die Gemeindevertretung am 24.11.1975, die Trägerschaft für die Neuanlage zu übernehmen. Angesichts der zu erwartenden Kosten ein von allen Sportlern dankbar anzuerkennender Beschluss der Ratsmitglieder. 1980 sagte der TSV gegenüber Bürgermeister Korn (V.G. Heidesheim) und dem leider so früh verstorbenen Ortsbürgermeister Günter Piasta zu, eine Eigenleistung von mindestens 50.000,-- DM zu erbringen. Planender Architekt war Gerhard Walter, mit den Bauarbeiten wurde im Juli 1981 begonnen. Die Obstbäume rodeten Vereinsmitglieder, planiert wurde das Gelände durch US-Einheiten. Im Frühjahr 1982 begann die Firma 0. & B. Kessler mit dem Ausbau des Sportplatzes, der Ver- und Entsorgungsleitungen von der Bruchstraße her und mit dem Ausbau des Ingelheimer Weges bis zum Sportplatz hin. Dass die Genehmigung zum Bau der Sportanlage so schnell vonstatten ging, verdanken wir auch dem Einsatz der Sportfreunde Wolfgang Engel (Sportstättenbeauftragter des Kreises) und Dieter Martin (Vorsitzender der Sportjugend Rheinhessen). Im Sommer 1982 begannen die Rohbauarbeiten am Sportlerheim durch die Firma Karl Gemünden, Ingelheim. Die Wackernheimer Firmen Peter Richter (Sanitär und Heizung) und Hans Dregischan (Fliesenarbeiten) sollen auch Erwähnung finden. Klar überschritten wurden die geforderten Eigenleistungen. Bereits vom 10. bis 12.9.1982 konnte das Herbstsportfest auf dem neuen Gelände stattfinden. Die restlichen Arbeiten wurden alsbald zum Abschluss gebracht. Die Sportanlage befindet sich im Eigentum der Gemeinde Wackernheim. Zwischen dieser und dem TSV wurde ein Nutzungsvertrag abgeschlossen.

Ein herzliches Dankeschön unserem verstorbenen Ortsbürgermeister Günter Piasta, dem Verbandsbürgermeister Friedel Korn und unserem jetzigen, tatkräftigen Ortsbürgermeister Friedel Holighaus, insbesondere aber auch den Ratsmitgliedern der Gemeinde Wackernheim, für diese schöne, so herrlich gelegene Sportanlage.

Im Jahre 1983 nahmen 14 Turnerinnen und Turner am Deutschen Turnfest in Frankfurt teil. Die C/D-Fußball-Jugend wurde Kreismeister unter dem Trainer K. Diehl. Unsere TT-Abteilung gewinnt Kreis- und Rheinhessen-Pokal. Zwei OL-Jugendläuferinnen werden in die Rheinhessen-Auswahl berufen. Auch die OL-Läufer nehmen am Deutschen Turnfest in Frankfurtteil. Internationale Femdagars in Schweden mit über 20.000 Teilnehmern. Dabei auch unsere Läuferinnen und Läufer bei diesem großen 5-Tage-OL. Zwei Rheinhessentitel (D 15-16 und D 17-18) für den

TSV. Bei den Deutschen Meisterschaften einen hervorragenden 10. Rang (D15-18) durch Ilka Rathje.

1984

C/D-Jugend der Fußballer erneut Kreismeister. An dem Rheinland-Pfalz-Turnfest in Mainz nehmen 39 TSV-ler teil. Im Oktober Fahrradrallye >>Rund um Wackernheim<< mit 45 Teilnehmern. Auslandsstarts der OL in Dänemark und Schweden. Drei Wackernheimer Jugendliche in der Rheinhessen-Auswahl, auch drei Rheinhessen-Meisterschaften. Bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften gewinnt der TSV 2 Titel, sowie zwei 2. Plätze. Bei den Deutschen Meisterschaften wieder einen 10. Rang (D 15-18), diesmal durch Sonja Rathje. In der Deutschen Jugendrangliste taucht der TSV in D 17-18 an 10. und 14. Stelle auf.

1985

Die 1. Mannschaft TT-Meister in der 1. Verbandsliga Rheinhessen, sie steigt damit auf in die Rheinland-Pfalz-Liga. Claus Wolf 3. Verbandsmeister der Herren und 3. im Doppel mit Stefan Möritz. im OL drei Jugendliche erneut in der Rheinhessen-Auswahl. Auslandsstarts in Belgien und Schweden. Deutsche Staffelmeisterschaften in der gemischten Staffel 3. Rang und bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften in der gemischten Staffel 2. Rang. 0-Läufer des TSV Wackernheim Ausrichter der Rheinhessen-Meisterschaften. Deshalb nur ein Startberechtigter und dieser wurde Rheinhessen-Meister in H 12. In den Deutschen

Bundesranglisten je ein 9. (D 17/18), 11. (D 19/20) und 14. Platz (H 40). Freundschaftsspiel unserer TT-Spieler mit dem französischen TT-Verein von St.

Remy Les Chevreur bei Paris. Teilnahme beim Gau-Kinder- und -Jugend-Turnfest in Bingen-Büdesheim. Beim Leichtathletik 3-Kampf 1. Platz Georg Mohr und dessen Bruder Martin Mohr 1. Platz im Geräte-4-Kampf. Drei Wackernheimer an vorderer Steile bei dem Geräte-4-Kampf ihrer Klasse: 1. Arnold Busch, 2. Markus Weiand, 3. Sascha Kwieczinski. Bei der Ski-Freizeit '85 sorgte Rudolf Hammer als neuer Reiseleiter für das Wohl des TSV-Skivölkchens.

1986

In diesem Jahr feiert die Tischtennis-Abteilung ihr 25-jähriges Bestehen. Umso schöner, dass es im Vorjahr gelungen war, in die Rheinland-Pfalz-Liga aufzusteigen und wir uns in dieser Klasse auch halten konnten. Gemessen an den Großvereinen ist das für unsere verhältnismäßig kleine TT-Abteilung ein beachtlicher Erfolg. Die stetige Aufwärtsentwicklung und die Erfolge der 25 Jahre verdanken wir dem besonderen Zusammenhalt dieser Abteilung und ihrem langjährigen Abteilungsleiter Siegfried Just, der in 23 Spieljahren - man beachte! - etwa 500 Meisterschaftsspiele für den TSV bestritt. In den Einzel- und Doppel-Konkurrenzen auf Kreisebene sind die Meister und Platzierungen in den verschiedenen Klassen nicht mehr zu zählen. Neben dem Trainer und Betreuer Siegfried Just in der Glanzzeit unserer TT-Jugend waren bisher W. Wehner, C. Wolf, H. Wolf, K. Pollner, E. Krause und W. Schuler als Jugendübungsleiter tätig. Am Zähltisch vertrat uns Kurt Gierholz als Verbandsschiedsrichter. Viele

Sportler haben mittlerweile für den TSV gespielt, einige sollen erwähnt werden: Claus Wolf (unser erfolgreichster Spieler und Teilnehmer an Deutschen Meisterschaften), Herbert Wolf, Helmut Zimmer, Manfred Dillmann, Bernhard Schreiber, Martin Heiser, Heinz Görgen, Hans-Jürgen Reichert und Jürgen Lindroth, in früheren Jahren Wilfried Meyer, Dr. Walter Ost, Ernst Habel und Hans-Jürgen Meyer.

Inzwischen stehen vier Männer-Mannschaften, und je eine Frauen-, Jugend- und Schüler-Mannschaft an den Platten. Die II. TT-Mannschaft wird Meister der Kreisliga und steigt damit in die Bezirksliga Rheinhessen-Nord auf. Unsere TT-Damen sind Kreisliga-Meister und Kreispokal-Sieger. Im Einzel auch ein Kreispokal für Bärbel Anspach und im Doppel für B. Anspach - G. Holighaus. Erneut drei Wackernheimer in der Rheinhessen-Auswahl der OL, dazu drei Rheinhessen-Titel in H 12, D 19/20 und H 35. Zwei Rheinland-Pfalz-Meister in D 19/20 und D 21, sowie einen Vizemeister in H 40. Bei den Deutschen Meisterschaften erzielten wir den 7. und 8. Rang in D 19/20 und einen 1. Platz bei den Jungen bis 12 Jahre. In der Bundesrangliste ist der TSV Wackernheim an 10. (D 19/20), zweimal an 13. (D 19/20 und H 40) und an 29. Stelle (H 45) vertreten.

1987

Mit nunmehr 751 Mitgliedern hat der TSV eine >>Schallmauer<< durchbrochen. Es sind rund 40% aller Wackernheimer Mitglied in unserem Verein. In Relation zur Einwohnerzahl ist dies ein Ergebnis, auf das wir stolz sein können. Die 447 männlichen und 304 weiblichen Mitglieder teilen sich etwa wie folgt auf: 90 Fußballer, 120 Turner, 45 Tischtennisspieler, 110 Breitensportler, 10 Wanderer und Orientierungsläufer, 25 Musiker und 351 inaktive Mitglieder. Einen neuen Glanzpunkt in der Vereinsgeschichte setzte in diesem Jahr unsere Turnabteilung beim Deutschen Turnfest in Berlin. Unter Leitung von Birger Anspach waren 38 Teilnehmer vom 30. 5. bis 7. 6. mit dem Rheinhessischen Turnerbund in Berlin dabei. Als besonders einmaliger Erfolg gilt der 1. Platz der Jazzgymnastikgruppe unter der Leitung von Annette Anspach. Mit großer Begeisterung wurden die Siegerinnen und alle Berlinfahrer in der Vereinshalle von Bürgermeister Holighaus und dem Vorstand sowie der Wackernheimer Bevölkerung herzlich empfangen. Nach der Gratulation und der Überreichung prächtiger Blumengebinde feierten die Teilnehmer mit Angehörigen, als große TSV-Familie eng verbunden, mit dem unermüdlich aufspielenden Musikzug das glückliche Ende des unvergesslichen Deutschen Turnfestes '87 Berlin.

Unsere Ski-Freunde waren auch in diesem Jahr wieder am Arlberg. Einstimmig wurde beschlossen, im nächsten Jahr (1988) die 10. Ski-Ausfahrt um einen Tag zu verlängern und so besonders zu feiern.

In Abwandlung meiner Schlussworte zur Hundertjahrfeier im Jahre 1962 lassen Sie mich erneut ausrufen:

Mögen sich die Schwerpunkte des Sports auch wandeln, eines soll und wird bleiben, die Liebe zur sportlichen Betätigung, zum Verein, zur Heimat und zur Freiheit.

Wir wollen mit dem TSV 1862 Wackernheim einer glücklichen und friedvollen Zukunft entgegensehen.

 

© Zusammengetragen und verfasst von Otto Herrmann im September 1987