Fröhliche Weihnacht, Mr. Scrooge! (2009)

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Weihnachtsgeschichte nach Charles Dickens

Eine Inszenierung der Theaterspielgruppe des TSV Wackernheim.
Aufführungen am 11.,12. und 13.12.2009.


Erneuter großer Erfolg der Theatergruppe


Wer geglaubt hatte, nach den Aufführungen 2006 könnte das bekannte Weihnachtsmärchen nicht besser inszeniert werden, sah sich getäuscht. Alle, die die Aufführung 2009 nicht erlebt haben, haben etwas versäumt.

Volker Mitz, Sascha Kwieczinski, Rudolf Hammer und Herbert Wolf hatten liebevoll für das richtige Bühnenbild und Angelika Wolf für die Ausstattung gesorgt. Heidi Pohl vom Staatstheater unterstützte bei der Regie und ebnete viele Wege in Mainz. Carsten Dengler und Mario Berwald konnten ihrer Phantasie dank der Unterstützung der Headroom Media Service viel Freiraum geben und schufen mit Licht und Schatten, Blitz und Donner die richtige Atmosphäre für das Spiel. Petra Meertens und Silvia Steppat leisteten mit Maske und Kostümen erneut Schwerstarbeit. Jutta Zimmer soufflierte diskret und geschickt, wenn sie denn benötigt wurde.

Von der vielen Arbeit darum herum merkte das Publikum nichts, sondern wurde rasch gefangen genommen vom Wechselbad der Gefühle, durch das es vom Ensemble der Theatergruppe geführt wurde. Ärger und Wut über den harten und bösen Scrooge, hervorragend verkörpert von Jupp Kneip, Mitleid mit der Schuldnerin Wilkins (Hella André) und Scrooges Schreiber Cratchit (Tobias Ludwig), die von ihm äußerst grob behandelt wurden. Auch ein kleiner Weihnachtsliedersänger und ein Spendensammler (Tim Weiand, Lukas Weiand) wurden unfreundlich abserviert. Auch sein armer, aber lebenslustiger Neffe Fred, der ihn zum Weihnachtsessen einladen will, wird mürrisch abgewiesen. Mario Gierholz meistert seine Aufgabe, einerseits den fröhlichen Fred und andererseits den zunehmend hartherziger werdenden jungen Scrooge darzustellen, hervorragend. Zwischendurch sorgen immer wieder komische Stellen dafür, dass die Augen nicht zu feucht werden.

Impressionen Backstage

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… zurück zur Geschichte

Erst als Jacob Marley, sein verstorbener Geschäftspartner (Friedhelm Anspach), als Geist ihn warnt, beginnt Scrooge sich zu wandeln. Der etwas verstaubte, schusselige Geist der vergangenen Weihnacht (Otfried Hermann) entführt ihn in seine Vergangenheit, wo er seine Schwester (Hanna Weiand und Nils Zachmann als junger Scrooge) wiedersieht, die ihn aus dem Internat in die Familie zurück holt. Auch ein Besuch bei der liebevollen und warmherzigen Familie Fezziwig (Angelika und Herbert Wolf) steht an. Dort trifft er auch seine liebliche Ex-Verlobte Belle (Angela Schubowski) wieder, in einer zweiten Szene mit sehr schmerzlicher Erinnerung.

Nachdem ihm der Geist der gegenwärtigen Weihnacht die Festlichkeiten im Hause seines Schreibers Cratchit, wo trotz Armut und der Krankheit des kleinen Sohnes versucht wird, eine weihnachtliche Atmosphäre zu schaffen (David Prüfer als Tiny Tim, Fenja Prüfer als Martha Cratchit und Katharina Wolf als Annie Cratchit) gezeigt hat, muss er als schrecklicher Mensch im Ratespiel bei seinem Neffen Fred herhalten.

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Der furchterregende Geist der zukünftigen Weihnacht (Klaus Heise) zeigt Scrooge nicht nur die trauernde Familie Cratchit nach dem Tod des Tiny Tim, sondern auch die Reaktionen der Umgebung auf seinen eigenen Tod. Die schwatzhafte Mrs. Dilber (Bärbel Anspach) ließe sich allerhöchstens wegen des Leichenschmauses überreden zu Scrooges Begräbnis zu gehen, möglicherweise als einzige Person in ganz London.

Danach ist er bekehrt und alles wendet sich zum Guten, Scrooge selbst wird sogar zum Spaßmacher und Schauspieler, der, um seine Familie zu necken, für kurze Zeit wieder zum bösen Scrooge wird.

Szenenapplaus begleitete immer wieder die für sich leuchtenden und gemeinsam glänzenden Schauspieler den ganzen Abend über. Man möchte ob der herausragenden Gesamtleistung des Ensembles eigentlich niemanden noch extra hervorheben. Jeder einzelne, vom jüngsten bis zum ältesten Mitglied der Truppe „lebte“ seine Figur. Wolfgang Thomas hat die Inszenierung erneut zu einem Glanzstück der wackernheimer (und nicht nur der wackernheimer) Theatergeschichte werden lassen. Lang anhaltender Applaus und strahlende Gesichter im Publikum dankten allen Akteuren. Man darf auf die nächste Produktion der Theatergruppe gespannt sein.

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